Das Assessment-Center (AC)

Assessment-Center
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Das Assessment-Center wird in der Regel mit 'AC' abgekürzt und leitet sich aus dem englischen 'Assessment' ab, was auf Deutsch ‚Beurteilung‘ bedeutet. Es stellt das Gremium in einem Personalauswahlverfahren dar, welches zur Aufgabe hat, denjenigen Bewerber zu ermitteln, welcher den Anforderungen des Unternehmens für eine bestimmte Arbeitsstelle am besten entspricht. Den Kandidaten werden dabei verschiedene Aufgabenstellungen und Probleme gestellt. Der jeweilige Umgang damit wird dann bewertet und so der Bewerber gefunden, welcher am besten passt. Das Assessment-Center kann innerhalb der eigenen Firma oder durch eine externe Firma besetzt werden.
Assessments liegen im Trend
Seit einigen Jahren nehmen vorwiegend grosse Firmen die Möglichkeit wahr, Bewerber für eine Arbeitsstelle zu einem Assessment einzuladen. Dieser Trend ist eigentlich aus den USA nach Europa gekommen und findet, da er sich bewährt hat, auch in der Schweiz immer mehr Anhänger. Die Arbeitgeber haben so die Möglichkeit, den Interessenten nicht nur in einem Vorstellungsgespräch kennenzulernen, sondern sehen ihn über längere Zeit und unter verschiedenen Anforderungen. Durch diese Gegebenheiten können die Personalchefs eine bessere Auswahl treffen und den für sie geeignetsten Bewerber für die ausgeschriebene Stelle ausfindig machen. Der Bewerber hat allerdings, wenn er in ein solches Assessment-Center aufgeboten wird, viel mehr Druck und Belastungen auszuhalten, als wenn er zu einem normalen Vorstellungsgespräch eingeladen wird. Vor allem die grossen Banken in der Schweiz und einige grössere Betriebe wollen ihre Bewerber genau unter diesem Druck beobachten.
Vorteile von Assessments für Bewerber
Nicht nur die Firmen haben Vorteile, wenn sie ein Assessment abhalten, sondern auch die Bewerber. Diese sind unter anderem:
  • der Bewerber hat viel mehr Zeit, sich gut zu präsentieren
  • jede Aufgabe während der Zeit im Assessment-Centers wird einzeln gewertet
  • Fehler können besser korrigiert werden
  • Pausen können zu Gesprächen mit Mitarbeitern genutzt und so der Eindruck verbessert werden
Wer öfter in einem solchen Assessment-Center dabei war, der kann sich mit der Zeit sehr gut darauf vorbereiten und eventuell den anderen Bewerbern gegenüber eine Vorteil erreichen.
Nachteile von Assessments
Wenn sich ein Betrieb dafür entscheidet ein Assessment durchzuführen, dann muss er nicht nur die Vorteile davon zur Kenntnis nehmen, sondern auch die Nachteile berücksichtigen. Beispiele dafür sind:
  • Messbarkeit ist schwierig
  • oftmals geringe Aussagekraft
  • meist geringer Nutzen für den Berufsalltag
  • hohe Kosten für die Firmen
  • der Bewerber kann manipulieren
Welche Vorbereitungen sollte man als Bewerber für ein Assessment treffen?
Hat es ein Stellenbewerber geschafft, im ersten Auswahlverfahren zu überzeugen, so wird er meist zu einem Vorstellungsgespräch oder zu einem Assessment eingeladen. Während ein Vorstellungsgespräch meist nur bis zu einer Stunde dauert, können die Assessments über mehrere Tage gehen. Dies erfordert von dem Bewerber eine ganz andere Vorbereitung. Er sollte sich der Tatsache bewusst sein, dass er über die lange Zeit hinweg keine Charaktereigenschaften und Fähigkeiten vortäuschen kann, die er nicht besitzt. Hinzu kommt, dass er sowohl alleine, als auch im Team oftmals Aufgaben erledigen muss. Hier sind seine Kreativität und Flexibilität gefordert. Vor allem der Teamgeist und der Umgang mit einer Gruppe sind das, was immer wieder in den Übungen beobachtet wird. Für viele Firmen sind Eigenschaften wie gute Zusammenarbeit, Teamfähigkeit, guter Umgang mit den Kollegen und eine hohe Belastungsgrenze ausschlaggebend für eine Anstellung. Was ein Bewerber auf alle Fälle trainieren sollte ist die Ausdauer, denn oftmals sind die Tests sehr langatmig und nicht immer sinnvoll. Grundsätzlich stellen diese Bewerbungsverfahren eine gute Möglichkeit für die Bewerber dar, sich von seiner besten Seite zu präsentieren. Hier noch ein paar Tipps, wie man sich vorbereiten kann:
  • Nehmen Sie Übung um Übung. Wenn eine nicht so gelungen ist, nicht beirren lassen und unbelastet weitermachen.
  • Sich nicht verstellen wollen, sondern sich so geben wie man ist.
  • Seien Sie jederzeit freundlich, umgänglich und hilfsbereit
  • Zeigen Sie sich interessiert und aktiv.
  • Wenn eine Übung nicht klar ist, zögern Sie nicht nachzufragen.
  • Sehen Sie das Assessment auch als Chance. Auch wenn es mit der Stelle nicht geklappt hat, können Ihnen die Erfahrung und ein Feedback-Gespräch helfen, sich für ein anderes Mal zu verbessern.